Wenn die Samtpfote tränt
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Augenausfluss bei Katzen

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Wer seine Katze genau beobachtet, kennt das Bild: Morgens sitzt die Samtpfote auf dem Sofa und blinzelt verschlafen – und in den Augenwinkeln haben sich kleine Krusten oder ein feuchter Belag gebildet. Augenausfluss bei Katzen ist ein häufiges Phänomen, das viele Katzenbesitzer verunsichert. Ist das normal? Muss ich zum Tierarzt? Und wie kann ich meiner Katze helfen? In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du über den Augenausfluss bei Katzen wissen musst – von harmlosen Ursachen bis hin zu ernsteren Erkrankungen, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern.

Was ist Augenausfluss bei Katzen – und wann ist er normal?

Grundsätzlich produzieren die Augen einer Katze kontinuierlich Tränenflüssigkeit, die die Hornhaut feucht hält, Schmutzpartikel abtransportiert und das Auge vor Infektionen schützt. Ein kleines bisschen Sekret oder eine minimale Verkrustung in den inneren Augenwinkeln nach dem Schlafen ist daher völlig normal und kein Grund zur Sorge. Das kennst Du vielleicht auch von Dir selbst – die sogenannten „Schlafkörner“ sind ein alltägliches Reinigungsprodukt des Auges.

Problematisch wird es jedoch, wenn der Augenausfluss bei Katzen häufiger auftritt, eine ungewöhnliche Farbe hat, sehr klebrig oder eitrig ist oder wenn die Katze zusätzliche Symptome zeigt wie Reiben der Augen, Lichtempfindlichkeit oder geschwollene Lider. Dann kann hinter dem Ausfluss eine Erkrankung stecken, der Du unbedingt auf den Grund gehen solltest.

Die häufigsten Ursachen für Augenausfluss bei Katzen

Die Ursachen für Augenausfluss bei Katzen sind vielfältig. Zu den häufigsten gehören Infektionen, anatomische Besonderheiten, Allergien und Fremdkörper.

Infektionen sind eine der häufigsten Ursachen. Besonders das Katzenschnupfen-Komplex – eine Kombination aus verschiedenen Viren und Bakterien – führt oft zu gelblichem oder grünlichem Ausfluss, der sich mit Niesen, Nasenausfluss und allgemeinem Unwohlsein verbindet. Herpesviren und Caliciviren sind in diesem Zusammenhang besonders verbreitet. Bakterielle Infektionen, etwa durch Chlamydien, können ebenfalls zu einem ausgeprägten Augenausfluss führen und sind oft auf einem Auge stärker ausgeprägt als auf dem anderen.

Anatomische Besonderheiten spielen vor allem bei Rassen wie Perserkatzen, Britisch Kurzhaar oder Schottish Fold eine Rolle. Durch die flache Gesichtsstruktur dieser Katzen – auch brachyzephal genannt – sind die Tränenkanäle oft verengt oder blockiert. Die Tränenflüssigkeit kann nicht richtig abfließen und läuft stattdessen über das Fell, was zu typischen Tränenspuren und Verkrustungen führt. Bei diesen Rassen ist regelmäßige Augenpflege besonders wichtig und sollte idealerweise täglich durchgeführt werden.

Auch Allergien können den Augen zusetzen. Hausstaub, Pollen, bestimmte Futtermittel oder chemische Reinigungsmittel in der Wohnung können Reizungen auslösen, die sich in wässrigem Ausfluss und geröteten Augen äußern. Wenn Du den Verdacht hegst, dass Deine Katze auf etwas in ihrer Umgebung reagiert, kann eine gründliche Überprüfung der verwendeten Produkte sinnvoll sein.

Manchmal stecken auch ganz banale Dinge dahinter: Ein Fremdkörper wie ein Staubkorn, ein Grashalm oder ein winziges Insekt kann das Auge reizen und zu vermehrtem Tränenfluss führen. Hast Du Deine Katze draußen spielen lassen, lohnt sich ein genauer Blick auf beide Augen.

Erkenne die Warnsignale: Wann muss der Tierarzt ran?

Nicht jeder Augenausfluss bei Katzen erfordert sofort einen Tierarztbesuch – aber es gibt klare Warnsignale, bei denen Du nicht zögern solltest. Suche unverzüglich einen Tierarzt auf, wenn der Ausfluss gelb oder grün und eitrig ist, wenn das Auge stark gerötet oder geschwollen wirkt, wenn die Katze das Auge nur noch halb öffnet oder es ständig reibt, wenn die Hornhaut trüb oder getrübt erscheint oder wenn sich der Zustand innerhalb von ein bis zwei Tagen nicht bessert.

Unbehandelte Augeninfektionen können sich schnell verschlechtern und im schlimmsten Fall das Sehvermögen der Katze dauerhaft schädigen. Frühzeitiges Handeln schützt die Augen Deiner Samtpfote. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie gesunde Katzenaugen aussehen und welche Symptome auf eine Erkrankung hindeuten, empfehle ich Dir unseren Artikel Gesunde Katzenaugen leicht erkennen – dort findest Du eine hilfreiche Übersicht.

Augenausfluss bei Katzen richtig behandeln und pflegen

Wenn der Ausfluss harmloser Natur ist oder Du bereits eine Diagnose vom Tierarzt erhalten hast, kannst Du Deiner Katze mit einfachen Pflegemaßnahmen helfen. Wichtig ist dabei, dass Du das Auge immer sanft und hygienisch reinigst – niemals grob oder mit ungeeigneten Mitteln.

Am besten eignen sich sterile Augenpflegetücher für Katzen, die speziell für den empfindlichen Augenbereich entwickelt wurden. Diese sind in der Regel bereits mit einer milden Reinigungslösung getränkt und ermöglichen eine schonende Entfernung von Krusten und Sekret. Alternativ kannst Du ein weiches Wattepad mit steriler Kochsalzlösung für Augen befeuchten und damit vorsichtig vom inneren Augenwinkel nach außen wischen. Verwende für jedes Auge ein frisches Wattepad, um eine mögliche Übertragung von Keimen zu vermeiden.

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Bei stärkerem Ausfluss oder nach tierärztlicher Empfehlung kommen auch Augentropfen für Katzen oder eine Augensalbe für Katzen zum Einsatz. Diese solltest Du allerdings nur nach Rücksprache mit Deinem Tierarzt verwenden, da falsch eingesetzte Medikamente den Zustand verschlechtern können. Niemals Produkte verwenden, die für Menschen bestimmt sind – die Inhaltsstoffe können für Katzen giftig sein.

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Besonders für Rassen mit kurzer Schnauze und chronisch verstopften Tränenkanälen empfiehlt sich ein Augenreiniger für Katzen, der täglich angewendet werden kann, ohne das Auge zu reizen. Wie Du die Augenpflege bei diesen besonders sensiblen Samtpfoten richtig umsetzt, erklärt unser Artikel Augenpflege bei trockenen Samtpfoten sehr anschaulich.

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Vorbeugung: So reduzierst Du das Risiko von Augenausfluss

Neben der direkten Pflege kannst Du auch durch allgemeine Maßnahmen dazu beitragen, dass Deine Katze seltener mit Augenausfluss zu kämpfen hat. Eine vollständige und regelmäßige Schutzimpfung gegen Katzenschnupfen ist eine der wirksamsten Vorbeugungsmaßnahmen überhaupt – sprich Deinen Tierarzt darauf an, falls Du Dir unsicher bist, ob Deine Katze ausreichend geschützt ist. Darüber hinaus hilft eine staubarme und gut belüftete Wohnumgebung, Reizungen der Atemwege und Augen zu minimieren. Auch auf aggressive Reinigungsmittel oder Raumsprays solltest Du in Gegenwart Deiner Katze verzichten.

Wer seine Katze regelmäßig beobachtet und kleine Veränderungen frühzeitig wahrnimmt, ist klar im Vorteil. Tägliche Routine-Checks der Augen kosten nur wenige Sekunden, können aber einen großen Unterschied machen. Deine Samtpfote wird es Dir danken – mit klaren, strahlenden Augen und einem gesunden, glücklichen Leben.

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